Dresden: Das ist die Frauenkirche, der Große Garten, die Elbe, der Apark, die Neustadt, die TU, das Heinz-Steyer-Stadion, das Blaue Wunder, der
Sektor, die Synagoge. Das sind die Platten, Wohnungen und Häuser.

Das sind die Antifaschist*innen und Alternativen. Das sind die Menschen, die laut gegen Anfeindungen sind. Das sind die Radfahrenden, Laufenden und ÖPNV-Nutzenden, die Raver und Bier trinkenden.
 

Dresden: Das ist eine zum großen Teil schweigende Zivilgesellschaft. Das sind die im Stau stehenden Autofahrer*innen. Das sind die Politiker*innen, die den Kulturschaffenden Steine in den Weg legen. Das
sind Parkplätze statt Parkanlagen und vieles mehr.

In einem basisdemokratischen Verfahren haben wir uns, als linksjugend Dresden, Gedanken zu einem einfacheren Leben in Dresden gemacht, in dem all die Schattenseiten überwunden sind und Dresden eine lebenswerte Stadt ist, in der alle wohnen und leben wollen.

Mit diesem Konzept wollen wir einen Anstoß zur eigenständigen Auseinandersetzung damit, wie ein zukünftiges Dresden aussehen könnte, geben.
Wir wollen dabei über die parteiüblichen Forderungen hinaus denken und Raum zum Diskutieren und zum Nachdenken darüber, wie das Leben in Dresden einfacher wäre, geben.
Dabei zeichnen wir in sechs Visionen ein Bild von einem solidarischen, sozialen, nachhaltigen, gleichberechtigten, kulturell vielfältigen und im Verkehr flexiblen Dresden.
Diese Visionen üben Kritik an der gegenwärtigen Situation der Stadt, um dann aufzuzeigen, wie es besser sein könnte.

 

ist es aber nicht…

…denn wer von der gesellschaftlichen Norm abweicht – wie Menschen mit Behinderungen, Trans*, jüdische Menschen, gleichgeschlechtliche Paare oder einfach Menschen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen – wird schief angeguckt, mit Vorurteilen überhäuft, fühlt sich nicht sicher und wird benachteiligt.

Es könnte alles so solidarisch sein,…

…denn kein Mensch wird aufgrund seiner Herkunft, seines Geschlechtes oder seiner sexuellen Orientierung diskriminiert. Alle Menschen können ihre Lebensentwürfe frei ausleben, ohne sich einer Diskriminierung, Benachteiligung oder Übergriffen ausgesetzt zu sehen. Sie können sich hier zu Hause fühlen.

In Dresden gibt es eine aktive Stadtgesellschaft, die bei diskriminierenden Handlungen und Übergriffen – durch Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus – nicht mehr schweigt, sondern widerspricht und einschreitet.

Gesellschaftlich-kulturelle Vielfalt ist in Dresden mittlerweile Alltag, da Herkunft und Kultur keine Rolle für den Platz eines Menschen in der Gesellschaft spielen. So ist die Stadt ein vielfältiges Zentrum, in dem alle Menschen, unabhängig von Hautfarbe oder einem auffälligem Äußeren, sexueller Orientierung, Behinderung oder Religion, frei und ohne jede Benachteiligung leben. Die Stadt setzt sich offensiv und aktiv für Gleichbehandlung in einer solidarischen Gesellschaft ein.

ist es aber nicht,…

…denn der Klimawandel, beschleunigt durch die kapitalistische Wirtschaftsweise, zeigt weltweit seine Auswirkungen: auch hier in Dresden, durch schrumpfende Grünflächen, schlechter Stadtluft und Fokus auf motorisierten Individualverkehr.

Auch wenn der Klimawandel global ist, können und müssen wir lokal handeln.

Es könnte alles so nachhaltig sein,…

…denn Grünanlagen sind nicht nur geeignet zum Chillen, sondern auch für die Tier- und Pflanzenvielfalt in der Stadt. Flächendeckend verteilt sorgen sie für ein angenehmes Stadtklima und verbessern die Stadtluft. Für die Gesundheit von uns Bewohnenden bringt das Vorteile.

Dresden ist eine grüne Stadt!

Es ist problemlos möglich, nachhaltige und regionale Lebensmittel zu fairen Preisen zu erhalten. Einige Lebensmittel werden durch urbanes Gärtnern selbst angebaut, was von der Stadt unterstützt wird. Verpackungsmüll wird dadurch vermieden, dass bedarfsgerecht, mit wiederverwendbaren Behältnissen eingekauft wird.

Die Stadt deckt ihren Energiebedarf durch selbst gewonnene, erneuerbare Energien und beendet dadurch den Verbrauch fossiler Rohstoffe.

ist es aber nicht

…denn in Dresden präsentierten sich hauptsächlich die Architektur und Kunst der klassischen Kulturepochen. Die akademische Kunst verdrängt regelrecht alternative Kulturformen und die Stadt setzt sich nicht genug für die Freiräume zur Entfaltung dieser ein.

Es könnte alles so vielfältig sein,…

…denn jeder Mensch hat die Möglichkeit sich künstlerisch auszuleben. Sämtliche Kultureinrichtungen sind zum Zweck der individuellen Bildung und Entfaltung frei zugänglich. Kultur ist nicht länger abgehoben, sondern greifbar und es kann sich auch jede*r daran beteiligen. Sei es, indem beispielsweise Street-Art zusammen mit professionellen Künstler*innen gestaltet oder im Club hinter dem DJ-Pult mitgemischt wird.

Kultur wird aktiv mitgestaltet und die Stadt unterstützt die Menschen dabei mit Räumen und Mitteln. Die individuelle  künstlerische Entfaltung wird ermöglicht und generell ist mehr moderne Kunst im öffentlichen Raum präsent.
Die moderene Kulturszene genießt mehr Möglichkeiten sich auszuleben, subkulturelle Gruppierungen erhalten mehr Freiräume und auch die Dresdner Clubszene unterliegt keinen Einschränkungen.

Es gibt keine Zweiklassen-Kulturförderung, denn alternative Kulturformen werden ebenso geachtet und mittels freiem Zugang und Freiräumen genauso gefördert, wie die akademische Kunst.

Kultur ist vielfältig und lebt von kreativer Beteiligung der Gesellschaft.

ist es aber nicht,…

…denn überfüllte Straßen mit genervten Verkehrsteilnehmenden, Autos und Bussen, die im Stau stehen, sowie Fahrradfahrende, die an jeder Kreuzung aufpassen müssen, dass sie nicht „übersehen“ werden, sind Alltag. Dazu kommen noch regelmäßig steigende Preise für Bus und Bahn.

Es könnte alles so erreichbar sein,…

…denn Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe.

Alle, unabhängig von ihren Einkommen, nutzen den ÖPNV. Eine gute Anbindung der äußeren Stadtteile, mit neu geschaffenen
Querverbindungen sowie einem verdichteten Takt, macht das möglich. Straßenbahnen sind die ökologische und effiziente Alternative zu Autos und deshalb das wichtigste Verkehrsmittel in Dresden.

Nach dem ÖPNV ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel der Wahl. Radwege führen sicher von A nach B und sind separiert von Straßen und Fußwegen.

Auch die Gehwege sind in einem guten Zustand und können von Menschen mit Behinderung benutzt werden.

Gut ausgebaute Carsharing-Angebote runden die Mobilitätsmöglichkeiten ab und machen das Privatauto überflüssig.

ist es aber nicht,…

…denn im stetig wachsenden Dresden wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper.

Wer kein hohes Einkommen hat, kann sich nicht einfach aussuchen, wo und wie er* oder sie* wohnen möchte. Das hat unter anderem zur Folge, dass Menschen aus ihren Vierteln und ihrem Umfeld an den Stadtrand oder aus der Stadt verdrängt werden, wenn die Mieten steigen.

Es könnte alles so sozial sein,…

…denn nicht das Einkommen bestimmt über den Wohnort und keine Mieterhöhung verdrängt Menschen aus ihrem Kiez.

Es sind nicht die Profite, die im Mittelpunkt stehen, sondern der Bedarf der Menschen. Es leben nicht nur die Reichen in ihren schickimicki Wohnungen in der Stadtmitte, sondern auch Azubis, Studis, Geringverdienende und alle die Bock drauf haben – die Stadt ist für alle da.

Die Stadtviertel sind sozial gut durchmischt, die Firmenchefin wohnt neben dem Erwerbslosen und der Verkäufer über der Ärztin.

Das Wohneigentum ist in der Hand der Menschen, die darin wohnen und nicht in der Hand von Konzernen.

Gemeinschaftliche Formen des Wohnens, wie WGs und Mehrgenerationenhäuser, sind attraktiv.

ist es aber nicht,…

…denn junge Menschen, die sich engagieren, werden oftmals nicht ernst genommen und ihre Ideen und Forderungen werden als Hirngespinste abgestempelt.

Mit der Ausrede, dass jemand erst etwas geleistet haben soll oder arbeiten gehen soll, wird Diskussionen aus
dem Weg gegangen, angesprochene Probleme werden ignoriert und Jugendliche mundtot gemacht.

Durch ein Mindestwahlalter von 18 Jahren werden junge Menschen aktiv von der Politik ausgeschlossen.

Es könnte alles so gleichberechtigt sein,…

…denn Kinder und Jugendliche sind Teile der Gesellschaft, deren Meinungen und Forderungen, wie die von Erwachsenen, angehört und beachtet werden. Forderungen werden nicht als zu radikal oder naiv abgetan und Politik wird für junge Menschen genauso gemacht wie für die erwachsenen Dresdner*innen.

Für die Menschen in Dresden gibt es vielfältige Wege der Beteiligung am politischen Geschehen damit sie, egal ob alt oder jung, neben den regelmäßigen Wahlen und Petitionen, mitentscheiden können, was umgesetzt und verwirklicht wird. Alle, die hier leben, dürfen gleichberechtigt mitentscheiden und wählen, unabhängig von Alter und Herkunft.

Die Politik ist nicht jugendverdrossen.

Unsere Kandidat*innen

Wahlkreis 9 

Florian Berndt, 18 Jahre, Abiturient

Seit vielen Jahren bin ich ehrenamtlich politisch aktiv. In meiner Funktion als Stadtbezirksbeirat und durch meine politische Arbeit bin ich fast täglich mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen im Gespräch, um deren Anliegen bestmöglich aufnehmen zu können. 

Ich möchte mich unter anderem einsetzen für:
● eine nachhaltige und bezahlbare Verkehrspolitik 
● echte Bürger*innen- sowie Jugendbeteiligung 
● den Zugang für alle Menschen am kulturellen Leben 

Wahlkreis 2 

Caro Lentz, 24 Jahre, Studentin 

Im Stadtrat möchte mich für Euch engagieren und mit vielen Ideen und Forderungen für frischen Wind sorgen. Wofür ich mich unter anderem einsetzen werde: 

  • eine ausreichende Finanzierung und Unterstützung von Projekten in den Bereichen Gleichstellung und Soziales 
  • die Erweiterung der Teilhabemöglichkeiten der Bürger*innen und besonders auch der Jugendlichen
  • die Einführung einer*s Nachtbürgermeister*in
  • eine nachhaltige Verkehrspolitik für alle Verkehrsteilnehmenden 
  • Für ein soziales, vielfältiges und gerechtes Dresden für alle!

Wahlkreis 6 

Christopher Colditz, 26 Jahre, Angestellter

„Wem gehört die Stadt?!“ frage ich mich öfters. Vor allem frage ich, wem sie gehören sollte. Ich finde, Dresden sollte denen gehören, die hier wohnen und nicht den Investoren und Konzernen. An erster Stelle steht für mich das Wohl von uns Einwohner*innen. Dresden soll eine Stadt der Teilhabe sein, in der nicht das Einkommen, der Bildungsabschluss oder der Wohnort darüber entscheiden, wie hoch die Lebensqualität ist.